Bizum erobert den spanischen Einzelhandel: Bezahlen mit dem Handy wird einfacher. Seit dem 18. Mai 2026 können Millionen von Bizum-Nutzern in Spanien nun auch in Geschäften mit ihrem Smartphone bezahlen.
Bizum, die spanische Antwort auf Paypal, ermöglichte bisher Geldtransfers zwischen Privatpersonen, Steuerzahlungen und Online-Einkäufe. Nun erweitert die App ihre Funktionalität auf den stationären Handel.
Einem Bericht von 20minutos zufolge, nutzen bereits über 31 Millionen Spanier Bizum, was etwa 60 Prozent der erwachsenen Bevölkerung entspricht. Die Integration in die Banking-Apps macht ein separates Konto oder einen zusätzlichen Download überflüssig. Mit dem Schritt in den Einzelhandel konkurriert Bizum mit Apple Pay und Google Pay, profitiert aber von seiner hohen Bekanntheit.
Das Bezahlen im Geschäft erfolgt über NFC, QR-Codes oder Zahlungsaufforderungen. Bizum Pay, eine digitale Geldbörse für Android und iPhone, soll das kontaktlose Bezahlen weiter vereinfachen. CaixaBank, Banco Sabadell und Bankinter gehören zu den ersten Banken, die die neue Funktion anbieten. Bis Ende 2026 soll die Integration bei allen angeschlossenen Banken abgeschlossen sein.
Für Händler ist die Umstellung unkompliziert, oft genügt ein Software-Update des Terminals. Große Ketten wie El Corte Inglés, Ikea und Carrefour haben bereits Interesse signalisiert.
Die Einführung von Bizum im Einzelhandel ist Teil einer Strategie, die spanische Wirtschaft unabhängiger von amerikanischen Zahlungsnetzwerken zu machen. Die Bank von Spanien sieht Bizum als eine europäische Lösung zur Stärkung der Autonomie im Zahlungsverkehr. Händler profitieren von schnelleren Transaktionen und potenziell niedrigeren Gebühren.
Der Trend zur bargeldlosen Zahlung in Spanien spielt Bizum in die Hände. Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Online-Zahlungen über Bizum um 80 Prozent auf über 105 Millionen Transaktionen. Für in Spanien lebende Ausländer mit einem spanischen Bankkonto ändert sich wenig, Bizum ist wahrscheinlich bereits aktiviert. Touristen ohne spanisches Konto können Bizum vorerst nicht nutzen.
Langfristig sind jedoch grenzüberschreitende Kooperationen mit anderen europäischen Zahlungssystemen geplant. Trotz aller Vorteile digitaler Zahlungssysteme sollte man sich der Anfälligkeit bewusst sein, wie der Stromausfall im April 2025 gezeigt hat. Ein kleiner Bargeldvorrat kann daher nicht schaden.
Quelle: Agenturen



